Die dunkle Zeit hat ein Ende
Was bedeutet, dass ich früh morgens gegen halb acht, wenn ich auf mein Fahrrad steige um zur Arbeit zu rollen, den Dynamo nicht mehr an das Vorderrad klemme.
Was ich sowie so nicht muss, weil ich ja einen Nabendynamo habe, diese segensreiche Erfindung, welche ich schon vor Weihnachten an mein Rad baute.
Seit dem herrscht Ruhe auf dem Rad. Früher war der schleifende Dynamo die Fortsetzung des Weckers und drängte mich unerbittlich in den Wachzustand. Heute ist es ein lautloses Rollen, Ruhe die mich noch ein wenig bei meinen Träumen bleiben lässt.
Aber da wollte ich gar nicht drauf raus und wie kriege ich jetzt die Kurve? Wo ich doch einfach nur sagen wollte: Es ist früh morgens hell! Das mir das heute auffiel, weil ich dieses Fahrrad fotografieren konnte. Und abends nach dem Job auch noch. Die lichten Stunden des Tages sind nicht mehr alleine dem Broterwerb vorbehalten. Macht ein gutes Gefühl.
Die Erkenntnis traf mich heute morgen auch. Umso heftiger, da la bicicletta noch einen altmodischen Dynamo hat...
Umrüsten, auf jedenfal umrüsten.
S´läuft leichter und rutscht bei Nässe nicht durch.
Im Nachhinein hab ich mich geärgert, den Umbau nicht schon vor Jahren gemacht zu haben.
Wenn die Kleine zur Schule stapft, ist es jetzt auch fast hell - endlich. Und wenn man da draußen rumrollt und sich fragt, ob man die Schaltungsröllchen und die Kette mal wieder schmieren müsste, kann es sein, dass einen das ungewohnte Vogelgezwitscher narrte.
Hier sind es eher die Krähen, die Laut geben. Das möchte ich den Rädern aber nicht zuordnen.
Vogelgezwitscher und Krähen oh ja, hier auch. Vor allem immer am Wochenende, wenn ich ausschlafen darf und am lautesten natürlich auf unserem Dach.
Ist hier kein Problem - der Fluglärm von DUS übertönt die gefiederten Freunde locker.
Sollte ich einen Umzu in Erwägung ziehen, in Ermangelung eines gescheiten Flugplatzes, in Autobahn nähe?
Äääääähm, nein!
Ich könnte mit einem Hahn dienen, der hier direkt vor den Fenstern kräht.
PSSST!
Kein Ton davon! Meine Angetraute liegt mir wg. dieser Angelegenheit schon in den Ohren. Bis jetzt konnte ich das Thema immer noch abwürgen.
Pfauen? Schafe? Papageien? Alles in der Nachbarschaft.
Nix da.
Ausser Köter und Katzen hats hier noch Karnickel und Meersauen. Am anderen Ort 2 Gäule.
Der Zoo ist voll, definitiv.
Aber trotzdem, vielen Dank fürs Angebot.
Die lichten Stunden des Tages korrespondieren in lichten Momenten hervorragend mit den lichten Stellen des Haares.
Es werde Licht. wird licht. Das Haar.
In diesem Fall empfehle ich eine Verdunkelungsmassnahme.
Apropos, hier lichtet sich gerade die Werkstatt. Und während ich so tabula rasa mache, den weissen Lenker nebst Vorbau und Stütze reinige, Laufräder, Schaltwerk und Ergopowers putze, merke ich, das gibt noch einen Hardcore-Crosser für Schnee und Eis im kommenden Winter. Eine Kassette fehlt mir jedoch. Du hast nicht zufällig eine überzählige Campa-Kassette 10-fach (oder Miche?) herumliegen?
Nö sorry, bei mir ist alles noch Neunfach.
Ich hatte vor Weihnachten mit dem Gedanken gespielt, den Italiener aufzurüsten.
Die dafür nötige Kohle hat dann die Französin verbrannt.
Ein Prosit der Genügsamkeit! Mich stresst das schon mit meinem bescheidenen Fuhrpark ohne Ende, da wollen neue Reifen gekauft sein, dort könnte man vielleicht noch dieses oder jenes Ausstattungsdetail ändern oder nachjustieren. Ich will gar nicht wissen, wie das erst ausartet mit einem halben Dutzend oder noch mehr Rädern. Dafür, dass man eigentlich nur rumfahren will, halst man sich da ganz schön was auf, finde ich.
Von 9-fach auf 10-fach (oder mehr) aufrüsten bringt in meinen Augen nicht viel. Die Abstufung wird minimal feiner. Aber auch für den Dreck wird alles enger.
@mark793, es werden im Laufe des Jahres tatsächlich weniger Räder. Eins ist schon vergeben. Das MTB kommt auch weg.
Braucht jemand 9-fach STIs (Ultegra)? Nicht mehr schön, funktionieren aber.
Oder schwarze Tekro Mini-V-Brakes? (die würde ich verschenken)
@mark
Hält sich bei uns doch noch alles im überschaubaren Bereich. Andere Männer sammeln Autos oder Frauen, das wird dann richtig stressig und teuer.
@kreuzbube
Ist schon klar, mit dem einen Ritzel mehr. Nur läuft meine Chorus nun im 12ten Jahr und ist halt nicht mehr so shiny. Vor allem den Bremsschalthebeln hat der Schweiß arg zugesetzt.
@jotwede: Sicher, gemessen an vielen anderen Lastern und Leidenschaften hält es sich bei uns (wenn ich mich mal dazurechnen darf) tatsächlich im Rahmen. Aber manchmal denke ich schon, puuuh, schon wieder ne Anschaffung, da könnte man und dort müsste man...
@jotwede: Weisst du, wie alt die Dura Ace Teile sind, die ich an Deinem schönen Crosser verbaut habe? Die wären gerne noch mal 12 Jahre jung... ;-)
@mark793, ich denke, ich kann ziemlich genau nachvollziehen, wie Du das empfindest.
Wir, also Carodame und ich, sind im vergangenen Jahr nicht in den Urlaub gefahren. Die vergangenen Jahre waren bedingt durch den einen oder anderen Krankheits- und Todesfall, ohnehin nicht immer so prickelnd. Die Resozialisierung des Beißers war ein ganze Stück Arbeit, das vieles in den Hintergrund gedrängt hat. Das Radfahren in heimatlichen Gefilden war dann Freizeitbeschäftigung zum Abschalten und ersetzte das Reisen. Das Basteln war Beschäftigung, die mir (neben dem Fahren) Spaß gemacht hat. Dieses Jahr wird mehr im Zeichen des Fahrens stehen, zu schrauben bleibt nicht mehr viel und die Wartung des vorhandenen Räder ist für mich mittlerweile Routine, die mich nicht nennenswert fordert. (Allerdings zerlege ich auch nicht alle Nase lang alles, sondern mache das Pi mal Daumen.)
@kreuzbube: Ich kann den Spaß an der Frickelei auch sehr gut nachfühlen, obschon ich ihn nur bedingt teile. Geld ist auch nicht mein Thema; was ich seit 2007 sukzessive in die Räder und das Drumrum investiert habe, ist ein recht überschaubarer Betrag, den mein lebenslustiger Nachbar wahrscheinlich pro Quartal an Deckeln in der Stehkneipe gegenüber lässt. Es ist mehr so das gefühlte Fass ohne Boden.
Vielleicht täuscht es im Rückblick, aber in den Neunzigern, als mir Sir Walter zulief, habe ich nach dem Wiederherrichten lassen eigentlich nur noch Reifen gewechselt und ab und zu bewegliche Teile geschmiert und nicht ständig rumgehirnt, was man jetzt noch umrüsten und verbessern könnte. Habe zwar anfangs viel mit Sitzhöhe und Lenkerneigung rumexperimentiert, aber nachdem ich meine Position gefunden habe, stand das Fahren weit mehr im Vordergrund als in den letzten Monaten.
Was empfindest Du denn noch als verbesserungswürdig?
Wenn bei mir ein Rad mal "fertig" ist, dann verändere ich da nicht mehr viel. Die Basteleien der vergangenen Monate waren ja dem Crosser von jotwede geschuldet, an dem ich natürlich nicht vorbei konnte, und dem geklauten Rad der Carodame, für das Ersatz her musste. Der Umbau von Shimano auf Campa ergab sich durch jemanden, der seine Shimano-Komponenten gegen Campa tauschen wollte.
Wenn ich zurück schaue, dann war mein "Fehler" damals das Faggin, das mir einfach zu groß war. Das aufzubauen hätte ich mir sparen können. Ebenso das MTB, das ich hier in der Tiefebene kaum genutzt habe. Davon kann ich mich leicht trennen und es ist dann im Nu aus dem Sinn.
Mit dem Rest bin ich nach wie vor zufrieden. Ein Gutes für jeden Tag und ein Schöneres für Sonntags. Das jeweils für Straße und Cross. Damit sollte ich hinkommen.
Hoppla, habe natürlich die Gazelle vergessen. Den Rostrenner gebe ich nicht her. Das verkaufe ich nicht, der Verkaufserlös stünde in keinem Verhältnis zum Verlust.
@mark
Vielleicht wäre ja ein Neurad die Lösung, sowas in der zwölfhundert Euro Klasse. Da bleiben eigentlich keine Wünsche mehr offen und Ruhe ist für die nächsten Jahre.
Bei mir ist das mit der Bastelei eine zweischneidige Sache.
In Grunde bin ich leidenschaftlicher Fahrradschrauber, auch Räder könnte ich noch eins zwei mehr vertragen.
Das Problem besteht darin, das ich den Reparaturdienst für die ganze Sippschaft mache. Drei Jungs (wobei der eine bis vor fünf Jahren noch aktiv gefahren ist) mit einem immensen Verschleiß, eine Frau mit 5! Rädern, die Ex, der Schwager mit seinem Anhang nebenan wohnend und Freunde die mich bitten. Und alle kommen sie immer wenn die Kutsche absolut durchgeritten ist, mit dem entsprechend hohen Reparaturaufwand. Ich könnte jeden Abend im Keller stehen und an irgendwelchen Rädern schrauben. Da vergeht einem irgendwann die Lust.
Mit meinen Rädern ist es wie bei dir kreuzbube, regelmäßig drüberschauen, dann ist da nicht viel zu machen. Die Französin war nach langer, langer Zeit mal wieder ein größeres Projekt für mich persönlich. Da bin ich aber auch froh das sie fertig ist. Ich will einfach nur noch fahren.
Es ist eigentlich mehr die Erschöpfung im Rückblick als dass jetzt noch allzuviel Dringendes anstünde. Das Koga als Top-Pferd im Stall hat naturgemäß am wenigsten Änderungsbedarf angemeldet, mehr als bisschen Rumprobieren mit der Sitzposition und ein Satz neue Reifen tat da nicht Not (@jotwede: Eine nennenswerte Lücke für ein Neurad sehe ich daher schlicht nicht). Der Punkt ist eher, dass das Koga als Benchmark dafür sorgte, dass ich das Gefälle zu den anderen beiden Rädern nicht zu groß werden lassen wollte, das hieß also Sir Walter auf STIs umrüsten lassen und das Eilpostrad winterfester machen. Das läppert sich dann halt, hier ein neuer Laufradsatz, da noch eigene Pedale (man will ja nicht immer umschrauben), und im Zusammenspiel mit dem normalen Austausch von Verschleißteilen schien mir das alles grad mal bisschen zu sehr überhand zu nehmen gemessen an den erzielten Kilometern.
jotwede, das lasse ich die carodame jetzt aber nicht lesen. Gegen dich bin ich ja völlig unterbeschäftigt. Heute hatten wir das erst wieder.
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carodame: Ich würde mir dann an das Rad noch diese Reifen machen.
kreuzbube: Warum sagst du: "Ich ... mir", wenn es korrekterweise doch heißen müsste, dass "ich...dir" die Reifen aufziehe? Wann hast du denn jemals einen Reifen gewechselt?
carodame: Habe ich wohl. Damals, als Kind, wenn...
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Aber ich mache es ja doch gerne.
@mark
Lass die alten Renner wie sind, Hauptsache es rollt und macht Spaß. Im Grunde bin ich ja mit der Französin bei dir angekommen.
Beweggrund für die Dame war auch, etwas zu fahren, dass abseits des Mainstreams liegt. So ein Rad will doch heute keiner mehr haben, mit dieser Technik von gestern, aber eben deshalb will ich es. Ist dann so ne Art Alleinstellungsmerkmal. Das brauch ich, sonst bin ich ja wie alle.
@kreuzbube
Kenn ich. O-Ton: "Also meine Schaltung hakelt irgendwie, da müsste man(n) mal nach schauen." Befehl verstanden........
jotwede, ich sage es ungern, aber in einer bestimmten Szene hier in der Stadt (oder auch in Berlin, wo ich vergangene Woche mal wieder war) wärst du mit der Französin durchaus mainstream. Mit alten Stahlrennern (teils auch als Singlespeed oder als Fixie) unterwegs zu sein, ist hier Teil des urbanen Lifestyles. Nicht umsonst gibt es Händler, die so etwas im Dutzend, manche gar 100, herumstehen haben, aus Resten aufgebaut, teils nicht mal in sonderlich gutem Zustand). Bei ebay Kleinanzeigen etc. tauchen die auf mit Inseraten wie "Suche für meine Sammlung" oder "Für unsere Gruppe älterer Radsportler suchen wir..."
Im Radladen, den ich immer mal besuche, steht gleich im Eingang immer ein Dutzend neue Stahlrenner und Crosser, von Surly oder Kona und anderen Herstellern. Auch bei der Cyclocrossveranstaltung im Dezember waren etliche mit alten oder neuen Stahlrennern dabei.
Verlässt man allerdings die Stadtgrenze um 20, 30 km, so sieht man sie nicht mehr.
Ja diese Hipster mit auf Minimum gekürzten Lenkern fahren hier auch rum.
Wie du schon sagtest innerhalb der Stadtgrenzen. Treff ich jenseits dieser auf Rennradfahrer, seh ich fast nur noch Carbon.
Hier findet Stahl auch durchaus noch jenseits der Stadtgrenze statt, es sitzt nur eine andere Altersgruppe drauf - nämlich meistens die alten Herren, die damals viel Geld für ihre Räder hingelegt haben. In der Stadt ist Stahl mehr so ein U-40-Ding. Der Schrauber meines Vertrauens sagt übrigens, die Eingang- und Fixie-Welle habe ihren Höhepunkt überschritten, jetzt würden auch wieder mehr gut erhaltene Kompletträder mit allem Drum und Dran gesucht.
Stimmt, die Älteren. Und dann die Kategorie "Schutzblechrad" als Trainingsgerät zu dieser Jahreszeit. Die wird z.B. zuvor ausgerufen, wenn wir bei schlechtem Wetter fahren. Manche haben da hinten ans Schutzblech noch zusätzlich einen riesigen Lappen drangehängt, daran erkennt man die, die bei jedem Wetter fahren.
Oja, die Schutzblechlappenfraktion, das sind die ganz Harten. Wobei hier die Kombination Alurahmen und Schutzblech mindestens genauso häufig anzutreffen ist wie Stahl und Spritzschutz.
Zu den Schutzblechen am Winterrad gratuliere ich mir übrigens immer wieder aufs neue. Wenns richtig heftig pladdert, fahre ich zwar in der Regel auch nicht, aber die Hemmschwelle bei leichtem Regen und nasser Straße ist doch ziemlich gesunken.
Ich habe die Schutzbleche an der Gazelle und steige dadurch eher mal drauf, als ohne. Vor allem nehme ich das Rad häufiger bei Alltagsbesorgungen von wenigen Kilometern, die ich sonst witterungsbedingt mit dem Auto fahren würde. Früher fand ich Schutzbleche natürlich völlig uncool ...
Wer nicht? Ist irgendwie wie mit langen Unterhosen, die sind auch nicht cool, aber immer noch besser als Schlottern vor Kälte. Wobei, meine Frau hat mir zum Radeln welche geschenkt, die sind schon ziemlich weit vorne auf diesem Sektor.
Danke für den Tip.
In den Rahmen wird jedoch keine Starrgabel passen. Oder man lebt mit einem nach vorn abfallendem Oberrohr.
Für Räder habe ich nun auch erst mal genug Geld ausgeben. Jetzt werde ich mal ein paar Euros in die HiFi-Anlage investieren. Mein DIY Röhrenvorverstärker verlangt nach einem finalen Gehäuse und es muss noch ein Verstärker fürs Bassmanagment angeschafft werden.